Bun­desin­nen­mi­nis­ter de Maizière trifft Ober­haupt der bosnischen Mus­li­me

Reisu-l-ulema Husein ef. Kavazović ist vergangene Woche zu Besuch in Berlin gewesen, wo er unter anderem an der Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ in der Organisation des Auswärtigen Amtes teilnahm, einen Vortrag bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gab und den deutschen Bundesinnenminister traf. Pangea bringt die Pressemitteilung des BMI.

Heute haben sich Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und der Großmufti aus Sarajewo, Dr. Husein Kavazović in Berlin getroffen. Das gut einstündige Gespräch diente dem Austausch über aktuelle religionspolitische Themen, Fragen der Vertretung des Islam in Deutschland und Europa und die Ergebnisse der Deutschen Islam Konferenz.

Minister de Maizière hob die Rolle der Deutschen Islam Konferenz als Impulsgeber für Fragen der praktischen Religionsausübung in Deutschland hervor, zum Beispiel für die Einführung von Islamischem Religionsunterricht an staatlichen Schulen, die Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie an deutschen Hochschulen, die Wohlfahrtspflege und die Etablierung islamischer Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen. Hierbei hätten auch die aus Bosnien und Herzegowina stammenden Muslime einen wichtigen Part.

Ich begrüße es, wenn sich Muslime, die aus Bosnien und Herzegowina stammen, in Deutschland auf vielfältige Weise, in der Deutschen Islam Konferenz, aber auch mit unzähligen sozialen Projekten einbringen. Der traditionelle bosnische Islam mit seiner Orientierung auf ein multireligiöses Zusammenleben in Europa, den interreligiösen Dialog und die klare Anerkennung der Trennung von Staat und Religion scheint hierfür eine sehr gute Grundlage zu bilden, erklärte der Minister.

Die islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina

Großmufti Kavazović ist Oberhaupt und höchster Würdenträger der islamischen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina. Er wird auch Raisu-l-Ulama genannt und steht einer Gemeinschaft von mehr als 4 Millionen Menschen weltweit vor. Muslime aus Südosteuropa stellen in Deutschland mit einem Anteil von 11,5 Prozent an allen Muslimen die drittgrößte Herkunftsgruppe.

Bei dem Gespräch ging es auch um die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland e.V. (IGBD), die seit 2010 Mitglied in der Deutschen Islam Konferenz ist. Sie versteht sich als Teil der vom Großmufti geführten Islamischen Gemeinschaft und umfasst nach Eigenangaben 79 Moscheegemeinden mit 30.000 Mitgliedern in Deutschland.

Beide gaben ihrer Absicht Ausdruck, künftig enger zusammenzuarbeiten. Der Großmufti kündigte an, dass sich die die islamische Gemeinschaft der Bosniaken stärker im Sinne ihres liberalen Islamverständnisses in Deutschland einbringen und Gehör finden wolle.

Quelle: BMI

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