Das erste offizielle Mentorenverhältnis des Netzwerks

Wir freuen uns sehr, euch in diesem Interview das erste Mentorenverhältnis zwischen Lejla Cerimagić und Merima Alatić vorzustellen. Erfahrt im weiteren Verlauf, wie es zu dazu kam und was beide über die bisherige Zeit berichten.

Und das Ergebnis vorweg: durch die Tipps rund um die Bewerbung ist Merima seit dem 1. März für ein sechsmonatiges Praktikum bei einer großen deutschen Privatbank!

Zu Beginn möchten wir euch beide unseren Lesern vorstellen.

Lejla Cerimagić

Lejla Cerimagić: Mein Name ist Lejla, ich bin 33 Jahre jung und lebe seit 25 Jahren in Deutschland. 1992 sind meine Eltern mit mir – bedingt durch den ehemaligen Jugoslawienkrieg – nach Deutschland geflüchtet. Geboren bin ich in Doboj, wo ich bis zum Kriegsbeginn auch gelebt habe und zur Schule gegangen bin – einschließlich der zweiten Klasse. Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse musste ich damals die zweite Klasse wiederholen. Meine weitere Laufbahn verlief recht „klassisch“. Nach der Grundschule folgte das Gymnasium, danach ein dreimonatiger Aufenthalt in den USA, eine zweijährige Ausbildung zur Bankkauffrau und schließlich mein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln.

Im Rahmen meines Studiums habe ich am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung und Treuhandwesen gearbeitet und somit recht früh fachliche Berührungspunkte mit meinem jetzigen Job gehabt. Durch diverse universitäre Veranstaltungen, Workshops undeine Recruiting-Veranstaltung bin ich zu meinem heutigen Arbeitgeber, PricewaterhouseCoopers GmbH, gekommen und seit 2012 in der Bankenprüfung tätig.

Auf das Netzwerk wurde ich durch einen Bekannten und ebenfalls Mentor aus dem NBSAD aufmerksam. Er ist auf mich zugekommen und hat mich für das Projekt begeistern können. Da ich seit dem Abitur Nachhilfe gegeben habe und immer Spaß daran hatte, fiel es mir leicht auch dieses Projekt zu unterstützen.

Merima Alatić

Merima Alatić: Ich bin 20 Jahre alt und wurde in Bochum geboren. Ich studiere Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen und befinde mich derzeit im fünften Semester.

Auf das Netzwerk NBSAD wurde ich vor ein paar Jahren durch meine Freundin Lejla Dedic aufmerksam, die selbst schon seit einiger Zeit Mitglied beim NBSAD ist. Das Mentoring-Programm wurde mir ebenfalls von ihr empfohlen und erklärt. Anschließend habe ich mich selbst auf der NBSAD-Seite informiert und entschieden, mich für das Mentoring-Programm anzumelden.

Lejla, inwieweit siehst Du das Mentoring durch Young Professionals oder Studierende als wichtigen Baustein in der Karriereplanung an?

Lejla Cerimagić: Jeder Studierende, der die Gelegenheit hat, an einem Mentoring-Programm teilzunehmen, sollte diese Chance unbedingt nutzen. Er hat die Möglichkeit, unbefangen und in ungezwungener Atmosphäre über die Karriereplanung, die Chancen und Erfahrungen mit dem Mentor zu reden. Sie können sich auf Gespräche vorbereiten und für den „Ernstfall“ üben. Studierende sollten auch lernen, dass man auch über Umwege zum Ziel kommen kann, um am Ende in dem Beruf zu arbeiten, der einen erfüllt und Spaß macht. Dennoch ist es meines Erachtens nach wichtig, dass die Studierenden ihre Wünsche und Ziele klar vor sich sehen, denn nur so kann man gemeinsam daran arbeiten. Es sollte nicht das Ziel sein, dass der Mentor dem/der Studierenden die Entscheidung über seinen zukünftigen Beruf nimmt, sondern ihm die verschiedenen Perspektiven zeigt.

 

Merima, Du hast sehr großen Mut bewiesen und dich bei uns beworben und einen Mentor gefordert. Wieso ist deine Entscheidung vor einiger Zeit auf Lejla Cerimagic gefallen?

Merima Alatić: Ich habe mich speziell für Lejla Cerimagic entschieden, da sie in erster Linie einen ähnlichen Studiengang wie ich gewählt hat und sie zum anderen beruflich das erreicht hat, was ich in Zukunft auch anstrebe. Bei der Wahl meines Mentors waren mir diese Faktoren als Gemeinsamkeiten sehr wichtig, um mich effektiv mit meinem Mentor austauschen zu können.

 

Lejla, würdest Du nach dem Mentoren-Verhältnis mit Merima Alatic einen weiteren jungen Studierenden unterstützen und wenn ja, wieso?

Lejla Cerimagić: Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, würde ich auch gerne weitere Studierende coachen und sie im Bewerbungsprozess unterstützen. Es ist interessant, den gesamten Prozess zu verfolgen – von der ersten selbst erstellten Bewerbung bis zum Endresultat und gegebenenfalls dem Vorstellungsgespräch. Des Weiteren macht es auch Spaß, eigene Erfahrungen zu teilen und weiterzugeben und ich lerne schließlich auch daraus.

Wenn zudem aus dem gesamten Mentoren – Mentee Verhältnis ein Erfolg resultiert und es zu einer erfolgreichen Bewerbung und dem Erreichen des Ziels kommt – so teilt man die Freude doch gerne, oder?

 

Merima, sag uns etwas zu dem Prozess des Netzwerks rund um das Mentoring und dem ersten Kontakt mit deiner Mentorin.

Merima Alatić: Der Prozess verlief sehr schnell, ich habe nach kurzer Zeit eine Antwort vom NBSAD-Team erhalten, dass sie Lejla kontaktieren werden und sie sich mit mir in Verbindung setzen wird. Nach dem Austausch mit meiner Mentorin per E-Mail, folgte auch schon ein persönliches Treffen. Ich war sehr zufrieden mit dem ersten Treffen und auch mit den darauffolgenden, da sich meine Mentorin viel Zeit für meine Anliegen genommen hat, meine Fragen fachlich und verständlich beantworten konnte und mir sehr viele lehrreiche Hinweise und Tipps mitgegeben hat. Ich fühlte mich zu jeder Zeit sehr gut aufgehoben.

Was erhoffst du dir aus dem Programm? Würdest du es Deinen Freunden/Kommilitonen weiterempfehlen?

Merima Alatić: Ich habe mich für das Mentoring-Programm entschieden, in der Hoffnung, dass mich jemand bei meiner Suche nach einem Praktikumsplatz unterstützen kann, was unter anderem bedeutet, ein gutes Bewerbungsschreiben zu erstellen und auf ein Vorstellungsgespräch gut vorbereitet zu sein.

Mit der Unterstützung meiner Mentorin bin ich meinem Ziel schon deutlich nähergekommen.

Ich würde das Mentoring-Programm meinen Freunden und Kommilitonen definitiv weiterempfehlen, da man hierdurch einen fachlich sehr kompetenten Mentor an seiner Seite hat, der einen in den verschiedensten Bereichen unterstützen und fördern kann.

 

Lejla, was motiviert Dich im Allgemeinen, dich ehrenamtlich zu engagieren?

Lejla Cerimagić: Ehrenamtliches Engagement ist für mich in einer gewissen Art und Weise selbstverständlich. Als wir vor 25 Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland kamen, wurden wir von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt – sei es bei meinen Eltern im Job oder bei mir in der Schule und in der Freizeit, wofür wir bis heute unfassbar dankbar sind. Es motiviert mich, etwas zu bewegen, mein Wissen zu teilen und anderen damit helfen zu können. Ein minimaler Aufwand, der so viel bewirken kann. Es entstehen Freundschaften und Bindungen, aus denen beide Seiten profitieren und für die Zukunft lernen können. Natürlich ist es auch für mich persönlich eine Herausforderung, auf individuelle Ansprüche einzugehen, aber umso mehr macht es mich stolz, wenn man eine gewisse Vorbildfunktion hat und motiviert mich, wenn ein Plan funktioniert. Ich bekomme auch die Chance mich selbst weiter zu entwickeln, neue Erfahrungen zu sammeln und meine eigene Kreativität und Kompetenz zu steigern. Und all das sind Fähigkeiten, die nicht durch Geld zu erwerben sind, sondern durch den eigenen Willen und die eigene Motivation.

 

Zum Abschluss des Interviews würden wir dich, Merima, gerne fragen, inwieweit dir die Treffen und Gespräche mit deiner Mentorin bereits im Alltag oder beruflich geholfen haben?

Merima Alatić: Wie schon erwähnt, bin ich durch die Unterstützung meiner Mentorin meinem Ziel schon sehr nahegekommen. Außerdem empfand ich jedes unserer Treffen als sehr herzlich, lehrreich und vor allem auch motivierend, mich noch mehr zu engagieren. Ich habe sehr viel Neues dazugelernt, was ich in der Praxis nun anwenden kann.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit meiner Mentorin. Ich kann das Mentoring-Programm der NBSAD allen Studierenden ans Herz legen, da man dadurch nur positive Erfahrungen macht und in den verschiedensten Bereichen Unterstützung erhält.

Vielen Dank für das Gespräch, Lejla & Merima!

Ihr habt Interesse an dem Mentoring-Programm? Dann schaut euch weitere Details auf unserer Homepage unter https://nbsad.de/mentoring und die Auswahl der Mentoren/-innen unter https://nbsad.de/mentorenuebersicht an und meldet euch bei uns!

Das pangea | magazin ist ein Produkt des Netzwerks bosnischer Studenten und Akademiker in Deutschland e.V. – www.nbsad.de