Bosanski

Dr. Damir Softić ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität in Berlin, hat Soziologie, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms- Universität in Münster studiert. Mit ihm haben wir über sein Promotionsthema “Neue Eliten? Migranten in der Politik” gesprochen, aber auch darüber, wieso Bosnier der protestantischen Arbeitsethik folgen. 

Interview: Elvir Bećirović, Pangea

Am Anfang Ihrer Studie „Migranten in der Politik“ schreiben Sie, Minderheiten rücken von gesellschaftlichen Rändern ins Zentrum. Wieso hat dieser Elitenzugang so eine wichtige, Sie sagen sogar, existenzielle Bedeutung?

Die These entspricht der soziologischen Vermutung, dass die Gesellschaft aus verschiedenen Teilgruppen besteht. Da es in einer Demokratie unmöglich ist jeden zu Wort kommen zu lassen, sind gewisse Sprecher oder Repräsentanten nötig, die diese Gruppen vertreten – diese können somit als Angehörige einer Elite bezeichnet werden. Es gibt also Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, das sind Gewerkschaften, Parteien und Verbände.

Der Aufhänger meiner Studie war die Frage, was eigentlich mit den sog. „neuen“ Deutschen ist, die man öfters als Migranten bezeichnet, wobei dazu auch Menschen zweiter Generation gehören, die keine Migrationserfahrung haben.

Aspekte wie ihre Interessen und spezifischen Lebenserfahrungen, die immer einhergehen mit Abschied nehmen, das Loslösen von in der Heimat Hinterbliebenen, Heimat und Heimatlosigkeit, Staatsbürgerschaft, aber auch finanziellen Aspekten wie z.B. das Vermögen, das in einem anderen Land liegt, werden dabei einbezogen – also spezifische Themen der Migranten, die von ihren Repräsentanten dann auf die Tagesordnung gesetzt werden und mitbeeinflusst werden können.

Dazu kommt die Habitus-Theorie von Bourdieu, die besagt, dass jeder Akteur in der Politik auch durch seine Erfahrungen, die er in seiner Biographie verzeichnet, in seiner Arbeit beeinflusst wird. Daher ist es existentiell für Migranten, wenn sie in der Politik gehört werden wollen, solche Sprecher oder Repräsentanten auszubilden und in das politische Feld zu schicken.

Parteien haben das Potential der Migranten entdeckt.
Die Gesellschaftsgruppe, von der Sie sprechen, ist nicht gerade
 klein. Wie sah eigentlich die bisherige politische Repräsentation der Migranten aus?

Das Dilemma lässt sich anhand von drei Zahlen darstellen: 20% der Bevölkerung, also jeder fünfte Bürger des Landes, hat einen Migrationshintergrund, weswegen also entsprechend viele von ihnen im Bundestag sitzen sollten. Dann gibt es noch eine zweite Zahl, die besagt, dass 10% aller Wahlberechtigten Migranten sind, also etwa 6 Millionen Personen. Würde man die Repräsentativität dieser Gesellschaftsgruppe gewährleisten wollen, müsste im Bundestag 120 Abgeordnete mit Migrationshintergrund sitzen. Die Frage, die sich hieraus ergibt, liegt auf der Hand – wie viele sind es wirklich?
In der Legislaturperiode 2009-2013 waren es nur 15 Abgeordnete, also knapp 2%. Im aktuellen Bundestag hat sich diese Zahl fast verdoppelt mit etwas über 30 Abgeordneten. Das ist eine deutliche Verbesserung, aber mit 4% der Abgeordneten bei 10% der Wahlberechtigten ist das immer noch recht wenig.

Meine These ist, dass die zweite genannte Zahl, die 10% der Wahlberechtigten, auch von den deutschen Parteien registriert wurde. In manchen Wahlbezirken waren es gerade Migranten, die die entscheidende Wahlbeteiligung dargestellt haben, weshalb Politiker und Kandidaten gebraucht werden, die auch einen Migrationshintergrund mitbringen und bei der Zielgruppe für Identifikation sorgen. Aus diesem Grund werden von Parteien immer mehr Kandidaten mit Migrationshintergrund aufgestellt.

Sie haben schließlich diese Politiker mit Migrationshintergrund näher untersucht.

Genau, die Zahlen sprechen für sich. Für mich war die Frage interessant, was diese Politiker eigentlich mit sich bringen, um letztendlich erfolgreich zu sein.

Dafür war die Theorie von Bourdieu hilfreich. Ich habe fast alle damaligen Bundestagsabgeordneten mit Migrationshintergrund interviewen dürfen. Das waren letztendlich biographische Interviews, die über zwei Stunden gingen, wobei Themen wie Kindheit, Schulzeit, Sozialisation in der deutschen Gesellschaft, aber auch die Verbindung zur Herkunftsgesellschaft besprochen wurden.

Dabei habe ich zwei Typologien herausarbeiten können: bei der ersten geht es um die Frage, wie sich die Migrantenpolitiker in Bezug auf ihre Migrationsgeschichte fühlen. Grob lassen sich zwei Typen unterscheiden. Den ersten Typen nenne ich den „Assimilationstyp“, der sich an die deutschen Diskurse und Vorstellungen von Gesellschaft sehr angepasst hat. Ein typisches Beispiel für diesen Typ ist folgende Aussage: „Mein Vater ist zwar aus Indien, aber ich bin deutscher Politiker.“ Diese frage ich dann, ob sie Diskriminierungserfahrungen durchlebt haben. Häufige Antworten waren: „Ja, das gab es, alles schon erlebt“. Ich beobachte, wie diese Leute das deuten, meistens mit Beschwichtigungen, zum Beispiel: „Ja, die können nichts dafür, es liegt an der Sozialisation“.

Den zweiten Typ fasse ich unter den Begriff „ethno-politisches Unternehmertum“ zusammen, der von Rogers Brubaker beschrieben wird. Das sind Personen, die sich ganz stark mit ihrer Herkunftsethnie identifizieren. Typische Aussagen für diesen Typ sind beispielsweise: „Ich bin von der Herkunft her das, was ich bin und das will ich auch bleiben“ oder „Ich habe heftige Diskriminierungserfahrungen erlebt und dagegen will ich auch ankämpfen. Aus diesem Grund gehe in die Politik“. Wir haben also diese zwei Typen bei der Frage, wie mit Migrationsgeschichte umgegangen wird. Der Begriff „ethno-politischer Unternehmer“ deswegen, weil Brubaker sagt, die Leute würden daran mitarbeiten, die ethnische Identität zu erhalten.

„Prominente Migrantenpolitiker schaffen Netzwerke, die auch andere Talente fördern.“

Es kommt immer wieder die Frage auf, ob Migranten in die Politik eintreten sollen, um ausschließlich als Sprecher ihrer Migrantengruppe zu fungieren und für Themen der Integration zuständig zu sein oder sich auch anderen allgemeineren Themen widmen sollten.

Das ist genau die Frage, die ich bei der zweiten Typologie gestellt habe. Dabei geht es um Politikstile, politische Strategien und politische Inhalte. Ich konnte wieder zwei Typen herausarbeiten: Der eine ist der „Netzwerker“, der sagt: „Ich habe zwar einen türkischen Migrationshintergrund, aber mich interessieren Baurecht, das Wohnungsproblem, ansteigende Mieten.“

Der zweite Typ ist der „Aktivist“. Das sind Leute, die behaupten, es gäbe viele politische Themen, aber dadurch, dass sie selbst Diskriminierung erlebt haben, wollen sie sich für die Rechte der Migranten einsetzen und Migrantenpolitik machen, z.B. gegen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt.

Verbinde ich das nun mit der bereits vorgestellten Typologie (Umgang mit eigenem Migrationshintergrund), ist ein klarer Zusammenhang erkennbar. Der Politiker, der als Assimilationstyp erkannt wird, ist derjenige, der später als „Netzwerker“ politische Strategie und Inhalte wählt. Derjenige, der als ethno-politische Unternehmer identifiziert wurde, ist später „Aktivist“ in der Politik.

Und jetzt kommt das Entscheidende – was wird in der Politik in Bezug auf die Berufsperspektive betont? Der „Netzwerker“ hat nach ein paar Jahren Berufserfahrung das das erste politische Mandat. Der „Aktivist“ hingegen arbeitet im Schnitt viel länger als Nicht-Politiker und bekommt relativ spät erst die Gelegenheit, hauptberuflich Politik zu betreiben. Man macht also eher Karriere als „Netzwerker“ mit Aussagen wie: „Assimilation? Ich beschäftige mich lieber mit Themen im Bereich Baurecht anstatt mit der Migrationspolitik“, das wird anscheinend biographisch eher belohnt. Das verwundert, da man denkt, es werden Personen mit Migrationshintergrund gebraucht, die sich eben für Migrationsthemen einsetzen.

Der „Netzwerker“ hat öfters auch das Mandat des Vorgängers „geerbt“, schon als studentischer Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro gearbeitet und ist dort reingewachsen. Der „Aktivist“ hat es insofern schwerer, da er sich auch innerhalb der Partei gegen Diskriminierung auseinandersetzen und unkonventionelle Wege gehen muss. Im Hinblick dazu gibt es unterschiedliche Erfahrungen.

Häufig gibt es auch Enttäuschung darüber, dass sich diese Abgeordneten ihrer Migrationsgruppe nicht in dem zu erwartendem Ausmaß widmen.

Diese Vorwürfe werden zu Unrecht gemacht, da diese Menschen innerhalb der Politik das Bild erzeugen, sie seien neu in der Szene und müssten zunächst die Netzwerke aufbauen, um etwas in Bewegung setzen zu können. Wenn man beispielsweise an den „Seeheimer Kreis“ denkt, einen Unternehmerkreis innerhalb der SPD, ist das eine sehr gute Gelegenheit ein großes Netzwerk innerhalb der Partei aufzubauen. Migrantenpolitiker benötigen jedoch Zeit, um solche Netzwerke zu betreten und aktiv für sich zu nutzen.

Wie kann der Einzug in die Politik für Menschen mit Migrationshintergrund strukturell erleichtert werden?

Nun, der Beruf des Politikers ist ohnehin schon riskant. Im Bundestag sitzen 620 Abgeordnete, das sind 620 Arbeitsplätze, also recht wenig, unabhängig vom Geschlecht oder vom deutschen, türkischen oder einem anderen Ursprung. Aber grundsächlich ist es so, dass das politische Feld in Deutschland einige Besonderheiten aufweist, wenn es um eine erfolgreiche Karriere geht.

Eine Stellschraube ist Bildung. Personen mit höheren Bildungsabschlüssen haben eher die Chance, in der politischen Szene mitzumischen. Der zweite Faktor ist die Zeit. Es erfordert viele ehrenamtliche Tätigkeiten, bevor man ins Parlament gewählt wird – Abend- und Wochenendveranstaltungen, Eröffnungen und vieles mehr. Zusätzlich dazu gibt es eine Art „legitime Sprache“, d.h. wer mitsprechen darf und wer nicht. Deswegen ist bei den neuen Migrantenpolitikern auffällig, dass sie sehr früh Rhetorik-Schulungen besuchen. Dabei eignet man sich einen gewissen Habitus an, der auch für angehende Manager relevant ist, die in Führungspositionen kommen wollen. Es kommt dabei auch auf regionale und lokale Besonderheiten an, welche Themen im Wahlkreis eher im Vordergrund stehen und welche nicht.

Deutsch-Bosnier in der Politik

Es gibt mittlerweile den einen oder anderen bosnischen Politiker in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie ist Ihre Wahrnehmung – sind die Bosnier in der Politik angekommen?

Ich muss sagen, im vereinzelten Gebieten gibt es schon Leute, die aktiv sind. Im Ruhrgebiet oder hier in Berlin sind das Maja Lasić und Josip Juratović, der sich beispielsweise in den 90er-Jahren sehr stark für bosnische Themen eingesetzt hat. Aber im Großen und Ganzen sind wir eine sehr unsichtbare Gruppe. Meine These ist zum einen, dass ein starker Mutterstaat fehlt. Als türkischer SPD-Politiker war häufig ein Familienmitglied bereits in der Türkei politisch im linksorientierten Spektrum aktiv. Nach der Einwanderung in Deutschland kam es dann zur Bündelung türkischer Sozialdemokraten in Deutschland. Dadurch hatten sie natürlich früh die Verbindung zur Arbeiterschaft und zur SPD und wuchsen mit diesen Netzwerken auf. Das haben Bosnier nicht. Durch den Zusammenbruch Jugoslawiens ist ein unsicherer Herkunftsstaat entstanden, von dem keine Förderung ausgeht. Es sind schlussendlich Einzelpersonen, die Karriere in der Politik gemacht haben.

Es gibt also einen großen Bedarf an der Profilierung der bosnischen Gemeinschaft hier.

Genau. Da braucht man sich nur die Zahlen anschauen, 200.000 in Deutschland lebende Bosnier sind nicht gerade wenig. Aber bei uns zerfällt es – Parteien, Religionen, Regionen, hier jugoslawische Nostalgiker, dort Ankunftsthemen, da wiederum Herkunftsthemen. Es wäre wichtig, sich auf ein Thema festzulegen und zu sagen: „Wir leben hier, wir haben unsere Existenz hier aufgebaut, unsere Kinder gehen hier zu Schule.“ Eine Möglichkeit wäre ein Dachverband, in dem viele selbstständige bosnische Unternehmer vereint sind, um damit Gelder für Stipendien sammeln zu können, Kooperationen mit Gewerkschaften einzugehen, da viele Bosnier hierzulande in der Industrie tätig gesagt – zusammengefasst Lobbyarbeit für unsere Community zu machen.

Bosnische oder protestantische Arbeitsethik?

Da kommen wir gleich zum Netzwerk bosnischer Studenten und Akademiker in Deutschland (NBSAD), das versucht, den Großteil dieser Ideen umzusetzen.

Die Initiative finde ich sehr gut, weil sie diese Idee hat, Menschen aus allen Bereichen und weltpolitischen Orientierungen zusammen zu bringen. Und zum anderen eine professionelle Herangehensweise verfolgt, was sehr wichtig ist.

Und es ist nicht so, dass es uns an erfolgreichen Leuten fehlt.

Wir haben die Mentalität, uns zu beschweren, die Lage sei nicht so gut. Aber ich finde wir machen ziemlich viel richtig. Wenn wir uns das einmal vergegenwärtigen – wir sind ein Volk, das vor Kurzem noch unter dem Genozid gelitten und noch Kriegstraumata zu überwinden hat. Es muss gesagt werden, dass wir unter solchen Umständen eine recht positive Entwicklung eingeschlagen haben.

Viele Leute haben sich in der Diaspora, aber auch in Bosnien, mit Hilfe von starken Familiennetzwerken oder Fleiß gute Existenzen aufgebaut. Der Ton müsste geändert werden, um daraus ein Erfolgslied spielen zu können. Es bedeutet viel, sich diesem Optimismus zu öffnen und mit Stolz sagen zu können: „Wir haben doch einiges vorzuweisen – in Bereichen wie Wirtschaft, Sport, Wissenschaft und jetzt auch Politik.“

Eine der Thesen (von Weber) für den Erfolg des Kapitalismus ist, dass es mit einer protestantischen Arbeitsethik einhergeht – Kapital schaffen und sparsam sein. Ich habe mich im Studium gefragt, wieso das eine protestantische Arbeitsethik ist – wenn ich mir die bosnische Diaspora anschaue, dann stelle ich fest, dass die meisten genau danach leben. Sie sind fleißig, häufen aus eigenen Mitteln ihr Kapital an und leben nicht zu verschwenderisch. Das Phänomen können wir auch als bosnische Arbeitsethik bezeichnen – Es steckt viel Weber in der bosnischen Diaspora.

Wie kann der Einzug in die Politik für Menschen mit Migrationshintergrund strukturell erleichtert werden?

Nun, der Beruf des Politikers ist ohnehin schon riskant. Im Bundestag sitzen 620 Abgeordnete, das sind 620 Arbeitsplätze, also recht wenig, unabhängig vom Geschlecht oder vom deutschen, türkischen oder einem anderen Ursprung. Aber grundsächlich ist es so, dass das politische Feld in Deutschland einige Besonderheiten aufweist, wenn es um eine erfolgreiche Karriere geht.

Über Dr. Damir Softić
Biographie
  • Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • Visiting Scholar an der Harvard University
  • Summer School an der Beijing University of Technology and Science (USTB), Peking, China
  • Auslandssemester an der University of California in Berkeley, USA, und an dem Collegium Civitas-Universität in Warschau, Polen
  • 2009 –2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen
  • 2013 – 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • 2014 – 2015 Dozent für Soziologie an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Münster
  • 2013 Promotion zum Dr. phil. durch die Fakultät für Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Titel der Dissertation: „Neue Eliten? Migranten in der Politik – Zur Rekonstruktion transnationaler Habitus am Beispiel von Bundestagsabgeordneten mit Migrationshintergrund“ („summa cum laude“)
  • Aktuell Postdoc an der Freien Universität Berlin, im Bereich „Migrationsforschung“
Stipendien

Damir ist selber Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung gewesen und dankbar für die Unterstützung, die es ihm ermöglicht hat, sein Netzwerk aufzubauen und an renommierten Universitäten im Ausland zu studieren und zu forschen.

Er erinnert sich selber an das Auswahlgespräch und die Frage, wieso er sich für die Förderung beworben habe. „Ich war 19, natürlich habe ich gesagt wegen des Geldes, ich müsse die Miete in Münster bezahlen. Und da meinte einer der anwesenden Professoren „Klar, jetzt ist es viel Geld, aber langfristig werden Sie sehen, entscheidend ist die ideelle Förderung.“ Man besucht Seminare, lernt Juristen und Volkswirte kennen, bekommt Zugang zu anderen gesellschaftliche Themen und bleibt mit den Personen in Kontakt.“ Dieses große Netzwerk spiele eine enorme Rolle, unabhängig davon ob in der akademischen, wirtschaftlichen oder politischen Karriere. „Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier oder Anne Will, sie haben eines gemeinsam – sie sind ehemalige Stipendiaten der FES. Damals habe ich gedacht, dass ich keine Chance habe, bei der Friedrich-Ebert-Stiftung aufgenommen zu werden, weiß aber heute, dass gerade Menschen mit Migrationshintergrund bessere Chancen haben, da sie für eine neue, buntere Gesellschaft stehen und diese verkörpern.“

Vertrauensdozent

Für die Friedrich-Ebert-Stiftung ist Dr. Softić Vertrauensdozent, das bedeutet, dass er mit künftigen Stipendiaten Interviews durchführt. Was bei einem solchen Auswahlgespräch wichtig ist: „Gute Leistungen, ehrenamtliches Engagement, die eigene Persönlichkeit und die Frage, was man mit seiner Förderung an die Gesellschaft zurückgeben will. Und dann gibt es noch den Aspekt „widrige Bedingungen“. Ist man Migrant, Muslim, oder Arbeiterkind und hat die erste Hürde der Bewerbung geschafft – das wird hoch angerechnet.“


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