Vorstand des NBSAD stellt sich vor (2)

Zuständigkeiten, Projektgruppen, Ziele und Visionen – all das findet ihr im zweiten Teil des Interviews mit dem Vorstand des Netzwerks bosnischer Studenten und Akademiker in Deutschland e.V. 

Wie ist das Netzwerk organisatorisch aufgebaut? Für welche Bereiche innerhalb des Vorstandes seid ihr jeweils zuständig?

Ahmed Spahic: Zu meinen Aufgabenbereichen gehören die beiden Projektgruppen Blog und Austausch BuH. Eines der strategischen Ziele des Netzwerks für das Jahr 2016 war die Gründung eines Blogs für die Veröffentlichung von Nachrichten über Bosnien und Herzegowina, die in den deutschsprachigen Medien tagtäglich erscheinen. Wir standen vor der Entscheidung, den Blog von null an auf eigene Faust zu starten. Wir entschieden uns jedoch für einen anderen Weg und kontaktierten den Vorgänger des Blogs, die Seite „Bosnien Journal“ unter der Leitung von Elvir, um über eine mögliche Kooperation zu sprechen. Das Endergebnis der Gespräche kann man auf blog.nbsad.de sehen, Elvir ist heute der hauptverantwortliche Redakteur des Blogs und zeitgleich Leiter der Projektgruppe „Blog“. An dieser Stelle möchte ich Elvir für diesen Schritt danken und unterstreichen, wie wichtig es besonders in unserer bosnischen Community ist, nicht alles auf eigene Faust zu machen, sondern aus kleinen Kreisen größere zu machen und bereits bestehende Projekte und Initiativen in einen größeren Zusammenhang miteinander zu verbinden.

Die Projektegruppe „Austausch BuH“ beschäftigt sich mit dem Austausch mit Institutionen, Organisationen und Studenten aus Bosnien und Herzegowina und hat das Ziel, die erste Anlaufstelle für mögliche Anfragen dieser drei Zielgruppen bezogen auf Deutschland zu sein. Im Falle der Studenten bedeutet das konkret, Anfragen von Studenten für ein Auslandssemester, –praktikum oder ähnliches zu bearbeiten und wie im Beispiel von Maida, die seit Oktober 2015 Psychologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert, alles in unserer Macht stehende zu tun, dieser Anfrage mit einem positiven Ergebnis zu begegnen. Wir sind sehr froh, Lejla als Ansprechpartnerin für diese Projektgruppe gewonnen zu haben, denn sie kennt den Prozess rund um das Studium in Deutschland aus erster Hand und kann deshalb ganz besonders die Bedürfnisse und Wünsche der Studenten verstehen. Zudem steht sie in kontinuierlichem Austausch mit Institutionen und Organisationen aus Bosnien und Herzegowina, beispielweise dem Ministerium für vertriebene Menschen und Flüchtlinge Bosnien und Herzegowinas, um Partner von der Idee des Netzwerks zu überzeugen und mögliche Kooperationen einzugehen.

Azur Muharemovic: Ich bin für die Projektgruppe Business Club zuständig, die ins Leben gerufen wurde. Dieser soll Unternehmern/-innen eine Plattform für den Austausch untereinander ermöglichen, um individuell erfolgreiche Persönlichkeiten aus der Berufswelt miteinander zu vernetzen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass Wissen und auch das Kennen der richtigen Leute zur richtigen Zeit sehr vorteilhaft sein kann. Genau diesen Vorteil möchten wir auch anderen Professionals ermöglichen. Der Business Club hat aber eine weitere Dimension. Er soll auf wirtschaftlicher Ebene eine Brücke nach Bosnien und Herzegowina schlagen und potentielle Partner an einen Tisch bringen, um über mögliche Projekte und damit einhergehende Investitionen zu sprechen. Darin enthalten ist die Beratung von Unternehmen und die Öffnung möglicher Vertriebswege für diese Unternehmen, um einen Mehrwert für die Wirtschaft in Deutschland, als auch in Bosnien und Herzegowina zu generieren.

Ibrahim Spahic: Ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, wie ich meine Erfahrung weitergeben und den Studenten und jungen Akademikern den Einstieg in das Berufsleben erleichtern kann. Diese Überlegung führte uns zu Gründung des Mentoring-Programms des Netzwerks.

Das Mentoring-Programm basiert auf zwei Säulen. Die erste Säule beschäftigt sich mit dem Mentoring von Schülern. Hierbei werden die Schüler bei der Studienwahl durch einen erfahrenen Studenten unterstützt und beraten. Das Mentoring soll nicht nur beim Start an der Universität helfen, sondern auch während des Studiums Anlaufstelle zur Klärung von Fragen und Sorgen sein.

Die zweite Säule soll für den Austausch mit erfahrenen Professionals und der ersten Orientierung bezüglich der Berufswahl für Studenten dienen. Regelmäßige Treffen zwischen Mentor und Mentee sind Hauptbestandteil des Mentoring-Programms. Dadurch geben wir erfahrenen Unternehmern und Berufstätigen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben. Somit schließt sich der Kreis vom Schüler zum späteren Professional.

Welchen konkreten Vorteil haben Studenten und Absolventen durch die Partizipation in dem Netzwerk?

Ahmed Spahic: Für Studenten bieten sich sehr viele Vorteile durch die Mitarbeit im Netzwerk. Durch das Mentoring-Programm haben Studenten die Chance, direkten Kontakt zu erfolgreichen Professionals herzustellen und damit ihren Berufseinstieg in die eigenen Hände zu nehmen. Sie haben zudem die Chance, als Mentor für Studienanfänger zu arbeiten und dort ihre Erfahrungen während des Studiums an die nächste Generation weiterzugeben. Aber als wichtigsten Grund sehe ich den Austausch untereinander. Durch diesen Austausch mit verschiedenen Mitgliedern des Netzwerks, ob Studenten, Akademiker oder Professionals, ergeben sich Möglichkeiten, Erfahrungen anderen zugänglich zu machen, voneinander zu lernen und sich zu unterstützen.

Wie seht ihr das Netzwerk in der Zukunft? Was sind eure Visionen?

Ibrahim Spahic: Ich wünsche mir natürlich, primär auf mein Arbeitsbereich bezogen, dass das Mentoring-Programm des Netzwerks die zentrale Anlaufstelle für Schüler, Studierende und (Young) Professionals sein wird. Allgemein sehe ich das Potenzial, dass die Durchführung unterschiedlicher Projekte mit unterschiedlichen Partnern das Netzwerk auch außerhalb Deutschlands bekannt machen kann. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und sind stets offen für neue Ideen. Das Netzwerk kann nur mit eurer Unterstützung besser, erfolgreicher und stärker werden. Deswegen mein Appell: macht mit und werdet Teil des Netzwerks.

Azur Muharemovic: Ich erhoffe mir, dass durch unsere Arbeit, NBSAD die primäre Anlaufstelle für unsere Zielgruppen wird und Plattformen wie Xing oder gar LinkedIn in den Schatten stellt, was die bosnische Community angeht. Der persönliche Draht und die Möglichkeit, neue Personen vor Ort gewinnen zu können, ist selbst heutzutage wichtiger, als ständig online Ausschau nach potenziellen Kontakten und den damit verbundenen Möglichkeiten zu halten.

Ahmed Spahic: Mit den neu eingeführten Projektgruppen und der damit einhergehenden Trennung strategischer, taktischer und operativer Tätigkeiten innerhalb des Netzwerks haben wir einen Grundstein für die Entwicklung des Netzwerks in diesem Jahr, aber auch mittel- und langfristig gelegt. Besonders die Einbindung von Unternehmern und Professionals innerhalb des Business Clubs und die Vernetzung dieser Gruppe mit Studenten innerhalb des Mentoring-Programms ist von hoher Wichtigkeit für die Entwicklung des Netzwerks, da wir uns als Plattform auch für diese Gruppe von Menschen sehen und die Potentiale zusammenbringen möchten, die dort schlummern. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns die Einbindung von erfolgreichen Unternehmern und Professionals gelingen wird, indem wir dieser Zielgruppe interessante und passende Inhalte bieten und sie davon überzeugen, wie viel Potential im Austausch untereinander liegt. Ich wünsche mir, dass die bosnische akademische Community in Deutschland diese tolle Plattform erkennt, annimmt und aktiv nutzt. Damit würden wir es nämlich schaffen, aus vielen, individuell sehr erfolgreichen Persönlichkeiten, eine erfolgreiche Community bosnisch-stämmiger Menschen zu gestalten, was das Hauptziel des Netzwerks im Endeffekt ist. Dies soll auch ein Aufruf an andere Organisationen, Institutionen und Vereine in Deutschland sein, die ähnliche Ziele wie wir verfolgen. Das Netzwerk steht jederzeit als Gesprächspartner zur Verfügung, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die uns weiter bringen.

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