Vorstand des NBSAD stellt sich vor (1)

Im ersten Teil des Interviews mit dem Vorstand des Netzwerks bosnischer Studenten und Akademiker in Deutschland geht es um den persönlichen Background der drei Vorstände und um die Frage, was sie dazu gebracht hat, das Netzwerk zu gründen und heute zusammen mit den Mitgliedern an seinem Wachstum zu arbeiten.

Liebe Vorsitzenden, ich bitte euch erstmal um eine persönliche Vorstellung für unsere Leser.

Ahmed Spahic: Mein Name ist Ahmed Spahic, ich bin 22 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Duisburg-Essen. Neben dem Studium bin ich derzeit als Werkstudent in einer internationalen Unternehmensberatung tätig und bin seit September 2015 Vorsitzender der studentischen Unternehmensberatung WIP – Wissenschaft in der Praxis e.V. mit Sitz in Duisburg, einer der ältesten studentischen Unternehmensberatungen in Deutschland. Als weiteren Meilenstein in meiner bisherigen Zeit sehe ich das Stipendium der Deutschlandstiftung Integration, das mir ein Engagement auf bundesweiter Ebene ermöglicht und eine Plattform bietet, mich mit Gleichgesinnten über aktuellen Themen in Deutschland auszutauschen.

Azur Muharemovic: Ich heiße Azur Muharemovic und bin mittlerweile 28 Jahre alt. Geboren bin ich in Bosnien und kam mit vier Jahren notgedrungen nach Deutschland. Auch wenn der Großteil meines Lebens sich in Deutschland abgespielt hat, schätze ich Bosnien als mein Heimatland sehr.

Hauptsächlich war und bin ich nach wie vor im IT-Sektor seit mittlerweile knapp über sieben Jahren tätig. Ich denke, dass du mich als Informatiker, auf Grund meiner Antworten durchaus wahrnehmen wirst.

Ibrahim Spahic: Mein Name ist Ibrahim Spahic. Geboren wurde ich in Doboj am 14.07.1989 in Bosnien und Herzegowina. 2009 konnte ich mein Abitur erfolgreich beenden, um sofort mit dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in der Fachrichtung Maschinenbau an der Universität Duisburg-Essen zu beginnen. Im Laufe meines Bachelor-Studiums hatte ich die Möglichkeit ein Auslandssemester an der National University of Malaysia zu machen. Es war eine tolle Erfahrung, die mir die süd-ost-asiatische Kultur näher brachte und mich als weltoffeneren Menschen zurückkehren lies. Während meiner Studienzeit konnte ich auf der Bundesebene zum Thema Integration und Migration mitwirken und diskutieren. Hierbei lernte ich sehr viele junge und erfolgreiche Menschen mit Migrationshintergrund kennen. In einem weiteren Projekt mit dem Bundesministerium des Innern war ich Mitglied in der Arbeitsgruppe „Prävention mit Jungendlichen“. Ziel war es, Empfehlungen für die Deutsche Islamkonferenz zu erarbeiten.

Im September 2015 habe ich mein Master-Studium abgeschlossen und arbeite heute als Unternehmensberater im Bereich Supply Chain- und Lean Management. Eine sehr spannende Branche mit vielen Projekten und  unterschiedlichen Problemstellungen, die immer wieder neue und individuelle Lösungen fordert.

Wie ist die Idee des Netzwerks Mitte 2013 entstanden? Was waren die Gründe, ein Netzwerk für Studenten und Akademiker auf die Beine zu stellen?

Ahmed Spahic: Die Idee des Netzwerks entstand aus einem Vakuum einer fehlenden Plattform für unsere heutigen Zielgruppen des Netzwerks, Studenten, Akademiker und Professionals mit bosnischem Hintergrund, die derzeit in Deutschland leben. Es gab in Vergangenheit vereinzelte Versuche, ein solches Netzwerk für die oben genannten Gruppen zu gründen, diese Versuche verliefen mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich, jedoch konnte sich keine dieser Initiativen langfristig durchsetzen. Der Hauptgrund für den Misserfolg der meisten Initiativen dieser Art liegt meiner Meinung nach in der exklusiven Vertretung einer Ethnizität in Bosnien und Herzegowina. Durch diese Begrenzung verliert man das Gesamtbild aus den Augen, wie die Zukunft von Bosnien und Herzegowina und ihrer Diaspora gestaltet werden sollte. Daher haben wir uns für die Gründung eines Netzwerks entschieden, dass alle vertreten soll, Menschen mit Herkunft aus Banja Luka, Sarajevo, Mostar und anderen Teilen Bosnien und Herzegowinas, die derzeit in Deutschland leben und hier ihren Beitrag für unsere Community in Deutschland, aber auch in Bosnien und Herzegowina leisten möchten. Das Netzwerk soll dabei als Beispiel für das Zusammenleben aller Ethnizitäten in Bosnien und Herzegowina sein und zeigen, dass uns viel mehr verbindet als unterscheidet. Mit diesem Ansatz möchten wir voran gehen und zusammen mit unseren Partnern an dieser Vision Bosnien und Herzegowinas arbeiten, indem wir eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Ideen schaffen, von der alle profitieren können.

Ibrahim Spahic: All meine Erfahrungen, sowohl die berufliche als auch das Engagement außerhalb der Universität, motivierte mich über ein Netzwerk nachzudenken, das jungen Menschen eine Plattform und Chance zur Mitgestaltung in unserer Gesellschaft bietet.

Das Netzwerk soll Mitgliedern und Interessenten den Austausch auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene bieten. Ein funktionierendes Netzwerk kann den persönlichen Karriereweg prägen und erleichtern. Ein Netzwerk bedeutet nicht nur von diesem zu profitieren, sondern sich auch aktiv einzubringen. Jeder bringt andere Erfahrungen und Skills mit und das Zusammenführen von unterschiedlichen Menschen, Branchen und Skills ist die Aufgabe des Netzwerks.

Azur, du bist kurze Zeit nach der Gründung des Netzwerks dazu gestoßen. Wie hast du den Beginn in Erinnerung?

Azur Muharemovic: Meine damalige Freundin, heute Ehefrau sprach über ein Netzwerk, das von zwei Brüdern gegründet worden ist. Irgendwie wurde ich schnell neugierig und wollte mehr hierzu erfahren. Ich erinnere an meine erste Anteilnahme an einem NBSAD Treffen ganz gut. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gingen Ibrahim und Ahmed ziemlich gut organisiert an die Vorstellung ihrer Idee und Vision. Mich fasziniert auch heute hin, die Idee, dass wir gemeinsam ein Netzwerk schaffen wodurch es einerseits auf freundschaftlicher als auch auf geschäftlicher Basis zugeht.  Das Beraten und Gewinnen von potenziellen Studenten, sowie Studenten, Berufsanfängern als auch Menschen mit jahrelanger Berufserfahrung halte ich selbst für eine große Herausforderung. Treffen für Treffen haben wir verschiedene Herangehensweisen besprochen, wie das Netzwerk auf gesunde Art und Weise erweitert werden kann.

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