Veranstaltung: Waffenstillstand oder Frieden? – 20 Jahre nach Dayton

Am 14. Dezember 1995 unterzeichneten in Paris die Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas das einen Monat zuvor auf der Air-Force-Militärbasis in der Nähe von Dayton (USA) ausgehandelte Dayton-Abkommen: Es beendete den bis dahin mehr als drei Jahre andauernden blutigen Krieg in Bosnien-Herzegowina. Wie fällt – 20 Jahre später – die Würdigung der damaligen Verhandlungen aus, die zum Ende des Krieges führten?

20 Jahre später haben Land und Menschen nicht nur die materiellen und psychischen Folgen des Krieges noch längst nicht überwunden. Bosnien-Herzegowina leidet darüber hinaus noch immer unter den durch Krieg und Vertreibung entstandenen territorialen und ethnopolitischen Spaltungen, die der Vertrag von Dayton zementierte. Zu einem demokratischen Grundkonsens und einem politischen System, das v.a. auf die Wahrung der Rechte, auf die Sicherheit und den Wohlstand seiner Bürger/innen ausgerichtet ist, bleibt noch ein weiter Weg.

Ist Dayton ein Friedensvertrag oder ein Waffenstillstandsabkommen?

Welche Fortschritte hat Bosnien-Herzegowina unter den von Dayton gesetzten Rahmenbedingungen in den letzten 20 Jahren gemacht?

Wie hat sich die bosnische Gesellschaft verändert – wie blickt die junge Generation auf die Ereignisse vor 20 Jahren und auf den Staat von heute?

Wie sind die Garantiemächte des Daytoner Vertrages, wie ist die internationale Gemeinschaft der von ihr vor zwanzig Jahren übernommenen Verantwortung  für den Friedensprozess in Bosnien-Herzegowina gerecht geworden? Was ist aus den Fehlern und Erfolgen zu lernen?

Podiumsgäste:
Valentin  Inzko
Hoher Repräsentant der Int. Gemeinschaft für Bosnien-Herzegowina (OHR)
Marieluise Beck
MdB, Bündnis90/Die Grünen, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
Dennis Gratz
Rechtsanwalt, Abgeordneter im Parlament der Föderation BiH
Zlatko Bajic
Doktorand, Universität Trier

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